Laientheater

Vorhang auf, ich komme

Nach dem ganzen Irrsinn in der Welt, dachte ich mir, wendete ich mich dieses Jahr anderen, neuen, aufregenden Dingen zu. Solchen, die mir Spaß machen und mich hoffentlich erfüllen werden.

Nichts Genaues weiß man nicht

Schaut man nach draußen, stochert man im Moment nur im Nebel. Und damit meine ich nicht das Wetter. Jeder weiß ganz genau, dass der Kaiser nackt ist, aber trotzdem….. Long Covid, kaputt gespritzte Menschen, Impfnebenwirkung, Kranke über Kranke. Und das schlimmste: Die Gangster suhlen sich weiter in ihrem Luxus. *schnauf*

Die „Letzte Generation“, Hausgrillen, Getreideschimmelkäfer und Mehlwürmer im Discounter. Nicht Hülsenfrüchte, sondern Insekten sind das neue Manna. Wenn die Ukraine tatsächlich so dolle erfolgreich ist, warum kommt sie dann ständig bei uns schnorren? Und überhaupt, wie kann man noch unterscheiden, wer in der Ukraine, für die Ukraine oder gegen Putin, Krieg führt? Himmel, was ist los? Kann unsere marode Bundeswehr wenigstens noch Fehmarn verteidigen? Fragen kann man so richtig niemanden in der Politik, da sie alle zunehmend an Gedächtnisverlust leiden. Die Glaubwürdigkeit der Politik ist im Eimer. Nicht zuletzt durch die “Erst versprochen, dann gebrochen” Aktionen. Da schmeckt mir nicht mal mehr die gentechnikfreie Flasche Rotwein.

Die ganze Welt ist eine Bühne geworden.

Das absurde Theater hat sich längst von der Bühne weg in der Realpolitik verschoben. Beim Welttheater gilt noch immer der Leitsatz, dass jeder seine Rolle spielt. Während die Theaterbühne ein Schauspiel über auch die Abgründe des Lebens ohne reale Konsequenzen möglich macht, bringt das absurde Theater der Politik die Hölle auf Erden.

Auf der Burgruine Henneburg wird aller zwei Jahre ein Laienspiel-Theaterstück aufgeführt.

Hobbymäßig in andere Rollen schlüpfen

Für mich ich nun Schluss damit. Schon William Shakespeare sagte: „Und wenn du den Eindruck hast, daß das Leben ein Theater ist, dann suche dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.“ Gesagt – Getan! Ich bin dem grauen Alltag entflohen und in die bunte Welt des Laien-Spiel-Theaters eingetaucht.

Erstes kennenlernen des “Sat-Fördervereins” bei Kaffee und Kuchen in Bad Liebenstein. Die Crew war absolut top und man spürte sofort, dass man willkommen ist.

Im Juni 2015 besuchte ich das Theater-Stück „1612-Hexen“ in Obermaßfeld, wo das Thema der Hexenverfolgung aufgegriffen wurde. Veranstaltet wurde das Stück vom “SAT Südthüringer Amateurtheater e.V.”. 2018 trennte sich der Verein und es entstanden der “SAT-Obermassfeld” und der “SAT-Förderverein Meiningen”.

Während dieser grandiosen Aufführung, erwischte mich das Virus und ich wurde erstmalig mit der Laientheater-Verrücktheit infiziert. Ich mag solche Aufführungen lieber, als die (in meinen Augen) entartete Kunst, die man oft in Theatern zu sehen bekommt.

Das Laienspiel “1612 Hexen” in Obermaßfeld.

Der Verein greift Mythen und Legenden aus der Region auf und verwandelt sie in aufregende Theaterstücke, gespielt von reinen Laiendarstellern. Eintauchen in die Welt einer fernen Vergangenheit. Es wird ein Stück pro Jahr inszeniert, das dann 4 bis 6x auf einer Freiluftbühne aufgeführt wird. Diese Bühnen sind durch die natürliche Landschaft geprägt und beziehen die jeweils vorherrschende Architektur mit ein, wie z.B. Schlösser oder Burgen.

Ein Feuer war in mir entfacht. Das wollte ich auch – Theater als Freizeitvergnügen zelebrieren. Die Kammerspiele finden ja sonst nur noch in den eigenen vier Wänden statt. Seit ich die Laiendarsteller in ihren beeindruckenden Kostümen gesehen hatte, wollte ich gern Teil ihrer Gemeinschaft sein. Ich wollte die Mitwirkenden kennenlernen. Sehen, was das große Ganze ist und was dahinter steckt. Von der Idee bis zum Kartenvorverkauf, von der Technik bis zum Bühnenbild. Alles hatte mein Interesse geweckt. Ich wollte wissen, welches Herzblut in solchen Inszenierungen fließt.

Herrlicher Blick von der Henneburg während der Aufführung 2022.

Im Juli letzten Jahres besuchte ich den SAT-Förderverein e.V. (Förderverein Südthüringer Kultur- und Theatervereine Meiningen) auf der Henneburg, wo das Stück „Die weiße Frau“, ein Theater-Musical-Projekt, Ur-aufgeführt wurde.

Ich war wieder extrem beeindruckt von der Kunst, die Freiheit und der Phantasie, die in dem Stück steckten. Bei der Kunst gibt es zum Glück keine Quote. Dieses Amateurtheater war wie Kino, nur live, an der frischen Luft und vor einem herrlichen Ambiente einer echten Burgruine. Im Hintergrund konnte man einen beeindruckenden Sonnenuntergang beobachten. Als Zuschauer träumte ich nur noch.

Das war letztes Jahr ein wunderschönes Ambiente auf der Henneburg. Dazu super Wetter!

So dann, am 26.02.2023 habe ich mich endlich beworben und bin dieses Jahr bei dem Theater-Musical-Projekt 2023 mit dabei. Meine Rolle wird eine Magd sein. Eine Leibeigene, im mittelalterlichen Lehnswesen. Erzählt wird eine Legende die sich rund um die Henneberger Grafen aus dem Jahr 1078 zugetragen haben soll. Mit wunderschönen Kostümen und Rittern hoch zu Ross wird „Die weiße Frau“ 2023 sicherlich wieder für ausverkaufte Plätze sorgen. Musik hören, genießen und in eine andere Welt abtauchen.

Die ersten Proben starten in Kürze und die Termine für unsere 6 Aufführungen auf der Burgruine in Bad Liebenstein stehen bereits fest. Geplant sind wöchentliche Treffen, um eine Gemeinschaft zu werden und dem Zuschauer eine grandiose Aufführung bieten zu können. Da den Zuschauern viel geboten wird, laufen bereits die Planungen eines wunderbar vielfältigen Programms für Jung und Alt.

Wer Teil des Laienspiel-Theater-Ensembles werden oder im Hintergrund mitarbeiten möchte, ist jederzeit willkommen. Zum Mitmachen werden keine Vorerfahrungen benötigt. Alter egal. Alle Infos zum SAT-Förderverein e.V. (Förderverein Südthüringer Kultur- und Theatervereine Meiningen) gibt es HIER.

Das diesjährige Plakat mit allen Informationen.

Dass die Arbeit des Vereins auch in den kommenden Jahren realisierbar ist, liegt jedoch auch in den Händen von Sponsoren, denn Sie sind ebenfalls für eine weitere Bespielung unabdingbar. Vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung.

Auf dem Weg zur Burgruine durchqueren Besucher auch jenes Waldstück, in dem Martin Luther einst „ entführt“ und zu seiner eigenen Sicherheit auf die Wartburg gebracht wurde.

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