Gesundheit und Ernährungstipps

Deutschland, das Apfelland

Es ist Ende Oktober und wettertechnisch sehr ungemütlich in deutschen Landen geworden. Grau in grau, kombiniert mit Nieselregen. Hochnebel-Wände versperren den Blick auf die Sonne. Bei Tiefdruck gibt es nasskalte Temperaturen und das bedeutet Erkältungswetter. Dazu nahmen Tageslänge und Sonnenstand im Oktober rapide ab. Vitamine müssen dringend her!!!!

Ein Apfel am Tag soll die Gesundheit fördern

Äpfel sind aufgrund ihres hohen Wassergehalts kalorienarm. Sie enthalten Fett und Eiweiß nur in Spuren, dafür aber etwa zwei Prozent Ballaststoffe und rund elf Prozent Kohlenhydrate. Äpfel enthalten viele Vitamine, vor allem Vitamin C und mehr als 30 verschiedene Mineralstoffe. Farb- und Gerbstoffe stärken das Immunsystem und schützen vor Herz- und Kreislauferkrankungen. Der Gehalt ist von der Sorte abhängig. Roh sind Äpfel besonders gesund, da beim Erhitzen viele Vitamine verlorengehen. Deshalb sollte man das Obst oft in unverarbeitetem Zustand essen und unerhitzt. Das berühmte englische Sprichwort von Elizabeth Mary Wright lautet: „An Apple a Day keeps the Doctor away“, das auf Deutsch etwa „ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern“ bedeutet.

Hmm lecker, Apfelmus! Das Püree aus Äpfeln eignet sich hervorragend für Schule, Kiga oder Arbeit. 

Im Land der Äpfel

Die Apfel-Anbaugebiete finden sich auf der ganzen Welt, überall dort, wo ein gemäßigtes Klima herrscht. Auf einer Fläche von ungefähr 34.000 Hektar bauen Obstbauern bei uns in Deutschland das beliebte Baumobst an. Daher ist Deutschland ein Apfelland. Ob zum Frühstück, als Zwischenmahlzeit am Nachmittag oder einfach als Snack für unterwegs, im Durchschnitt verspeist jeder circa 15 Kilogramm der wohlschmeckenden Vitaminbomben.

Apfelbaum mit Blick auf Jüchsen / Grabfeld.
Wie kein anderer heimischer Baum prägen die Apfelbäume die Kulturlandschaft Deutschlands.

Bringen Pflaumenbäume nur alle zwei Jahre eine große Ernte, kann man bei den Äpfeln, wenn das Wetter passt, jedes Jahr eine gute Ernte einfahren. Allerdings gibt es noch ein paar andere Faktoren, die eine Apfelernte beeinträchtigen können. Dazu gehören Frost im Frühjahr, Trockenheit im Sommer, der Befall mit Schädlingen, die Sonnenstunden während der Reifezeit, die Nährstoffversorgung, der richtige Rückschnitt und eventuelle Krankheiten. Es gilt, nur gesunde, kräftige Apfelbäume tragen reichlich Früchte.

Schon gewusst, dass nicht alle Äpfel gleichzeitig reif werden? Wenn der Baum von Süden sehr viel Sonne erhält, reifen die Äpfel auf dieser Seite des Baumes schneller, als auf der Nordseite.

 Schon Luther soll gesagt haben: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Der Reformator liebte Bäume. Martin Luther sah im frischen Grün der ausschlagenden Bäume im Frühling – ein Sinnbild für die Auferstehung der Toten. 

Sommeräpfel – Ende Juli wird die erste Apfelsorte reif. Der Klarapfel, der auch als Augustapfel bekannt ist. Meine Oma nannte ihn stets liebevoll den „Auguster“. Wird er später geerntet, ist er mehlig. Sommeräpfel müssen frisch verzehrt sowie verarbeitet werden, da sie nicht lange lagerfähig sind. Das liegt daran, das die Sommeräpfel wasserreicher, daher nicht gut lagerfähig und somit auch für den Lebensmitteleinzelhandel weniger geeignet sind.

Beispiele für Sommeräpfel: Astramel, Piros, Jamba, Pfirsichroter Sommerapfel, Grafensteiner, James Grieve, Sommerrot, Holsteiner Cox

Herbstäpfel – Der richtige Zeitpunkt für die Ernte der Herbstäpfel liegt zwischen September und Oktober. Herbstäpfel können (je nach) Sorte sofort genussreif sein oder sie müssen für kurze Zeit gelagert werden. Die Herbstäpfel halten sich nach der Genussreife nicht lange.

Beispiele für Herbstäpfel: Gelber Bellefleur, Bramley, Herbstprinz, Gerlinde, Altländer Fuji, Brettacher, Glocken, Gloster, Pinova

Winteräpfel – nennt man auch Lageräpfel, da sie sich für die Lagerung eignen. Diese Äpfel können uns über den Winter stets einen frischen Obstgenuss bieten. Die Ernte findet zwischen Oktober und November statt. Vor dem ersten Frost müssen die Äpfel vom Baum, weil sonst die Lagerfähigkeit beeinträchtigt wird. Späte Apfelsorten, wie der Ontario oder der Topaz sind nicht nur lange lagerfähig, sie müssen sogar lange gelagert werden. Sie entfalten erst nach mehreren Wochen Lagerung an einem dunklen, kühlen Ort ihr volles Aroma. Die wohl bekannteste Winterapfelsorte ist der Boskop, der sich besonders gut zum Backen eignet.

Beispiele für Winteräpfel: Glockenapfel, Ontario, Berlepsch

Beliebtes Kernobst

Äpfel stehen an vierter Stelle der weltweiten Produktionsrangliste für Obstsorten – nach Zitrusfrüchten, Bananen und Trauben. Somit ist der Apfel vielleicht die alltäglichste Frucht von allen.  

Überzählige Früchte verarbeite ich zu Marmelade und Gelee, ebenso wie Kompott, Apfelmus oder Chutney. Die Klassiker, um Obst aus dem Garten sinnvoll zu verwerten. Also – schwingt den Kochlöffel, noch hängen einige Bäume voller Äpfel!

An einem dunklen und kühlen Ort im Keller hält sich das selbstgemachte und fest verschlossene Apfelmus bis zu einem Jahr bei mir.

Mein Rezept für Apfelmus

Äpfel zerkleinern und mit Zitronensaft, Zimt, Apfelsaft und braunem Zucker kurz kochen, bis die Äpfel weich sind.

Die Äpfel mit dem Pürierstab zerkleinern und das Mus in heiß ausgespülte Gläser füllen. Selbige sofort fest verschließen.

Für eine längere Haltbarkeit koche ich die Gläser gelegentlich noch 20 Minuten in einem Wasserbad oder bei größeren Mengen, im Einkochgerät ein.

Apfelmus – einfach, sehr lecker, preiswert und voller Vitamine.

Apfelsaft

Zu viele Äpfel am Baum? Apfelsaft selber herstellen ist vor allem im Herbst eine tolle Möglichkeit Äpfel zu verwerten. Denn gerade im September und Oktober gibt es in Deutschland viele frische Äpfel zu ernten.

Hat ein Tafelapfel etwa einen Schalenfehler, wird er ebenfalls zu Saft verarbeitet. Ein Tafelapfel ist ein Apfel den man des öfteren im Handel findet. Botaniker bezeichnen so eine Apfelsorte, welche direkt nach dem Abernten gegessen werden kann. Der Wortbestandteil „Tafel-“ weist auf diese Tatsache hin, das sich Grundsätzlich Tafeläpfel vom Apfelbaum pflücken und ohne weitere Umwege konsumieren lassen. Bei diesen Früchten entfallen Vorbehandlungen und sie gelangen nach der Ernte unmittelbar in den Verkauf.

Auch gibt es Äpfel, die sehr säuerlich sind, die Mostäpfel. Sie trinkt man besser, zum Beispiel in Form von Most.

Will oder kann man nicht selber Äpfel auspressen, stellen Mostereien Saft aus dem eigenen Obst her. Die NABU-Liste verzeichnet derzeit 259 stationäre und 120 mobile Mostereien im Land.

Preisbeispiel für das Pressen eigener Äpfel bei uns in Thüringen: 0,60 EUR für 0,75 Liter zzgl. 0,20 EUR Pfand pro Flasche (Stand 2021). Natürlich sind die Preise der Mostereien unterschiedlich. Groß im Kommen sind derzeit mobile Mostereien, die den eigenen Saft vor Ort pressen und abfüllen.

Wenn man selber Apfelsaft presst, kann man den Geschmack durch die Auswahl der Apfelsorte und Abschmecken mit Zucker oder Zitronensaft einfach selbst bestimmen.

Apfelmost

Apfelmost ist ein leicht alkoholisches Getränk, welches aus säurehaltigen Äpfeln mit einem anschließenden Gärungsprozess gewonnen wird. Der Alkoholgehalt liegt ungefähr zwischen sechs und acht Prozent und er erfrischt mit seiner Apfelsäure an heißen Sommertagen. Oder er erweist sich an einem kalten Winterabend als der ideale Wärmespender in Form von Glühmost.

 Und auch unsere Insekten und Singvögel freuen sich über die Apfelblüten, Nistgelegenheiten in der lichten Krone und hängen gelassenen Äpfeln. 

Der Klassiker unter den Obstkuchen – der Apfelkuchen

Die Auswahl der Apfelsorte, des Teiges und weiterer Zutaten lassen den Apfelkuchen nie langweilig werden. Als Blechkuchen oder in einer Springform gebacken, mit Hefeteig, Rührteig oder mit Mürbeteig – Rezepte für Apfelkuchen sind wunderbar vielfältig. Und die dazu notwendigen Äpfel sind ab Spätsommer regional, einfach und günstig zu bekommen. Aber Achtung, nicht jede Apfelsorte eignet sich zum Backen!

Die „Schwedische Apfeltorte“ hat bei mir Tradition im Herbst.

Mein schwedisches Apfeltorten Rezept:

Zuerst einen einfachen Tortenboden in einer Springform backen. Dazu 6 Esslöffel Zucker, 6 Esslöffel Mehl, 3 Esslöffel gemahlene Haselnüsse, 6 Esslöffel Milch, 6 Esslöffel Öl, 2 Eier, 1/2 Päckchen Backpulver zu Teig verarbeiten. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen.

6 Äpfel, 1 kleine Tasse Zucker und 1 kleine Tasse Apfelsaft zusammen dünsten. 2 Eier und 2 Päckchen Vanillepudding-Pulver zusammen anrühren, zu den Äpfeln geben. Aufkochen lassen und dabei immer gut umrühren. 50 g Butter und etwas Zitronensaft dazugeben.

Die Apfelmasse noch heiß auf den Tortenboden in der Springform geben. Abschließend auf der abgekühlten Masse 500 ml geschlagene Sahne verteilen und mit Schokoladenraspel verzieren.

Essen ist ein Bedürfnis, genießen eine Kunst.

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